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                                                                       Foto via Bryanboy

Ein Schmunzeln auf mein Gesicht bereitete mir eben die Aussage von diesem T-Shirt Aufdruck, den ich bei Bryan Boy las: "My Blog is bigger than yours!". Eine Aussage, über die sich im Falle des philippinischen Modebloggers vielleicht gar nicht streiten lässt. Zum Nachdenken regt sie dafür in jedem Falle an, denn die Konkurrenz schläft nicht, schon gar nicht in der großen weiten modekosmopolitischen Bloggerwelt.
Aus der deutschen Bloggerlandschaft hat sich diese Woche zu meinem großen Bedauern leider Nina von Kleiderköln verabschiedet. In ihrem Auf-Widersehenpost schreibt sie:

Ein weiterer Grund ist, dass sich die Blogosphäre zu einer Maschinerie entwickelt hat, der ich nicht mehr standhalten kann. Die letzten beiden Jahre habe ich bewusst ohne Techniker, Designer und Sponsoren verbracht, aber die Mehrzahl der Menschen möchte bearbeitete, große Hochglanzbilder sehen und zwar in Masse. Das kann ich nicht bieten, die Konkurrenz schläft nicht und mich macht dieser Zustand auf  Dauer nicht glücklich, auch wenn mein Baby mir fehlen wird.
Ja Nina, mir wirst Du auch sehr fehlen, denn Dein Kölner Streetstyleblog mochte ich so viel lieber als das andere Kölner. Und das ist doch gerade das schöne an der großen Bloggerwelt: der eine liest dieses, der andere jenes Blog lieber, verfolgt und verlinkt es. Ein Blogger"kampf", so wie er dann und wann genannt wird müsste vielleicht gar nicht existieren, würde er nicht ständig angesprochen werden?
Aus einem DIY Projekt heraus ist dieses Shirt übrigens nicht entstanden, Luisa Via Roma schenkten es dem Bryan Boy, der gerade ebenso wie Jessie und Schnati in Florenz weilt und die Modemesse Pitti Imagine besucht. 

4 Kommentare

Oliver hat gesagt… @ 17. Juni 2010 20:46

Ich finde es echt schade, dass Leute aufhören zu Bloggen weil jetzt auch die professionellen Leute bloggen, ich finde es echt schade.. Ich hoffe sie findet wieder Lust am bloggen nach einer kleinen Auszeit.

FashionLifeCoach hat gesagt… @ 18. Juni 2010 18:56

Ich sehe das genauso, wie Ihr. Ich gehöre wohl eher zu Bloggern, die profundes Modedesign Wissen und mehrjährige Berufserfahrung bei Designern und im Massenmarkt gemacht haben...aber deshalb sehe ich absolut keine Konkurrenz zu den Bloggern.Ich würd emir wünschen, es gäbe eine Kooperation und Sinneserweiterung gegenseitig.

corinne hat gesagt… @ 18. Juni 2010 20:43

@Oliver ich glaube nicht, dass dies der Grund ist weshalb beispielsweise Nina aufhört zu bloggen. Vielmehr geht es um die Erwartungshaltung der Leser. Aber vielleicht schreibt Nina ja noch was dazu?
@FashionLifeCoach Ich stimmt Dir voll und ganz zu. Kooperationen und Sinneserweiterungen sind prinzipiell immer sehr positiv. Vielleicht würde ja auch einfach eine Neudefinition von "Modeblogs" helfen. Viele Private-Life-H&M-und-Schnickschnack-Blogs die von oben bis unten vollgestopft mit Werbung sind würde ich NICHT als Modeblogs mit ernsthaftem Hintergrund bezeichnen.
Ich sehe es auch eher kritisch, dass an vielen Stellen zur Monetarisierung und SEOsierung eines jeden Blogs aufgerufen wird, wie seht Ihr das?

Nina hat gesagt… @ 21. Juni 2010 19:51

@Oliver (und Hallo Corinne und FashionLifeCoach!) ich habe nicht mit dem bloggen aufgehört, weil auch "professionelle Leute bloggen", im Gegenteil, viele gut gemachte blogs sind meine tägliche Inspirationsquelle! Aber mittlerweile werden auch immer mehr "Laien" professionell unterstützt, sei es finanziell oder durch technischen Support. Das hatte ich die letzten 2 Jahre nicht und ich finde, das hat man dem blog auch angesehen, es war so ein richtiges DIY Projekt, hinter dem ich aber zum Schluss nicht mehr selbstbewusst stand, da ich bei anderen Streetstyleblogs überall anders große, bearbeitete Fotos gesehen habe und durch die Resonanz der Leser das Gefühl hatte, dass das auch gewünscht wird. Nun, durch die vielen lieben Kommentare bei Kleiderköln merke ich, dass viele genau das an Kleiderköln geschätzt haben, das hätte ich nicht gedacht und macht mich ziemlich glücklich. Was mich allerdings nicht glücklich macht, ist nur alle zwei, drei Wochen ein Bild hochzuladen, ich finde ein blog lebt von der Regelmäßigkeit. Nun, da ich bis nächstes Jahr allerlei Prüfungen ablegen muss, fehlt mir für diese Konstante die Zeit. Es war in letzter Zeit immer so: gehe ich MAL ohne (die schwere!) Kamera raus, sehe ich einen interessant gekleideten Menschen, nehme ich mir aber zwei Stunden für eine Fototour und finde niemanden, gehe ich frustriert nach Hause. Nun, wo ich eine offizielle Pause/Ende eingeläutet habe, fühle ich mich befreiter. Und mit der Konkurrenz meinte ich, dass nun immer mehr Leute im Raum Köln Menschen auf der Straße fotografieren, die mehr Zeit dafür finden und dann fühlt man sich in jeder Hinsicht ein wenig im Hintertreffen. Aber wie gesagt, all die schönen Kommentare ermuntern mich, nicht gänzlich aufzuhören und irgendwann ein neues Projekt zu starten oder weiterzumachen, auch gerne gegen Bezahlung, denn ein Streetstyleblog nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, wenn man nicht gerade einfach vor jeder Fashionshow die Models fotografiert.

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